2010, Januar
Beitrag von Armin Kälin
Schreiner-Lehrling, 2. Lehrjahr, Fachrichtung Möbel/Innenausbau

Herstellung einer Schuhbank

Arbeitsschritte in der Übersicht:
1.    Spanplatte zuschneiden
2.    Kunstharz zuschneiden
3.    Kunstharzkante anleimen
4.    Kalibrieren
5.    Kunstharz belegen
6.    Überlappender Kunstharz abfräsen
7.    Platte aufschneiden
8.    Lochbohrungen
9.    Lamelo’s einzeichnen und fräsen
10.    Verputzen
11.    Leimen vorbereiten
12.    Verleimen
13.    Abschluss

1. Spanplatte zuschneiden
Als erstes suchte ich eine passende 40-Milimeter-Spanplatte und hob sie anschliessend auf die Plattenfräse (Schelling Horizontalplattensäge). Ich gab die Masse in den Computer ein und schnitt die Platte auf die richtige Grösse.

2. Kunstharz zuschneiden
Martin zeigte mir, welchen Kunstharz ich nehmen musste. Das durfte ich ebenfalls auf der Schelling machen, ein bisschen breiter als die Spanplatte. Die Kanten schnitt ich gerade zu.

3. Kunstharzkante anleimen
Fredy leimte mir die Kunstharzkante am Kantenleimer an. Ich durfte das noch nicht selber machen, weil ich den Umgang mit dieser Maschine erst lerne.

4. Kalibrieren
Damit alles schön flach ist und die Kanten nicht überstehen, muss man die Platten auf die richtige Dicke kalibrieren (schleifen).

5. Kunstharz belegen
Nach dem Schleifen belegte ich die Spanplatte mit dem Kunstharz. Den Kunstharz habe ich mit Weissleim auf die Spanplatte geleimt und gepresst. Das Pressen dauert etwa 15 Minuten, bei einer Hitze von 45 Grad.


Kunstharz, für den sich der Kunde entschieden hat

6. Überlappender Kunstharz abfräsen
Zuerst lässt man die Platte auskühlen. Dann habe ich den überlappenden Kunstharz mit dem Hebor (Oberfräse) abgefräst.

7. Platte aufschneiden
Anschliessend wird die Platte in Stücke geschnitten: Zwei Seiten und eine Sitzfläche. Bei den seitlichen Platten habe ich eine 45-Grad-Gehrung gesägt. Und bei der Sitzfläche auf beiden Seiten eine Gehrung.

8. Lochbohrung
Bei den Seitenteilen bohrte ich Löcher für die Tablare. Dazu fertigte ich eine Lehre, das klappte aber nicht gleich auf Anhieb. Ich habe die Löcher deshalb von Hand aufgezeichnet. Insgesamt bohrte ich 24 Löcher.

9. Lamelo`s einzeichnen und fräsen
Als nächstes zeichnete ich die Lamelo`s ein. Auf jeder Seite fräste und leimte ich drei Stück.

10. Verputzen
Um spätere Verletzungen zu vermeiden, rundete ich alle Kanten ab.

11. Leimen vorbereiten
Bevor ich das Bänkchen zusammenleimen konnte, musste ich verschiedene Vorbereitungen treffen: Wasser zum Putzen bereitstellen, Korpuszwingen und Unterlagen richten etc.

12. Verleimen
Endlich konnte ich die Schuhbank zusammenleimen. Manuel und Roland halfen mir dabei. Nach dem Leimen entfernte ich die Leimreste mit Wasser und einer alten Zahnbürste. Das Werk musste eine Stunde zusammengezwängt werden, danach konnte ich die Zwingen lösen.

13. Abschluss
Nach dem Entfernen der Zwingen kontrollierte ich die Winkel. Leider sind sie auseinander gegangen. Ich ging zu Martin und erklärte ihm die Situation. Nach Rücksprache mit Herrn Schnüriger entschieden wir uns für den Einbau einer Traverse. Ich hobelt ein Eichenbrett zu und befestigte es unten. Danach wiesen die Winkel 90 Grad auf.






Abbildungen der fertigen Schuhbank, aufgenommen beim Kunden


Armin Kälin